Freispiele im Casino: der Wert hinter der Zahl
Freispiele im Online Casino: warum die Anzahl weniger sagt als der Spinwert, welche Bedingungen daran hängen und wie sich der reale Wert berechnen lässt.
Freispiele sind das Angebot, das sich am leichtesten groß aussehen lässt. Zweihundert klingt nach viel und kann weniger wert sein als zwanzig. Der Unterschied steckt in einer Zahl, die im Werbebanner selten vorkommt: dem Spinwert.
Die eine Rechnung, die zählt
Anzahl mal Spinwert ergibt den Wert des Angebots — stell ein Angebot nach:
Der Spinwert steht in den Bedingungen, meist als „Einsatz pro Freispiel". Fehlt die Angabe, ist das selbst eine Information über den Anbieter.
Zweihundert Freispiele zu zehn Cent und zwanzig Freispiele zu einem Euro sind gleich viel wert. Wer nur die Anzahl vergleicht, vergleicht die Verpackung.
Die Umsatzanforderung bezieht sich auf den Gewinn
Hier unterscheiden sich Freispiele von einem Bonusguthaben, und der Unterschied wird oft übersehen. Bei einem Bonusguthaben bezieht sich die Umsatzanforderung auf den Bonusbetrag. Bei Freispielen bezieht sie sich in der Regel auf den Gewinn aus den Freispielen.
Ein Beispiel: fünfzig Freispiele zu zwanzig Cent ergeben zehn Euro Spielwert. Daraus entstehen, sagen wir, fünfzehn Euro Gewinn. Bei einer Umsatzanforderung von 30x sind das nicht 300 €, sondern 450 € an nötigem Einsatz, weil sich der Faktor auf die fünfzehn bezieht.
Das führt zu einem Ergebnis, das dem Gefühl widerspricht: Ein hoher Gewinn aus Freispielen erhöht die Umsatzanforderung. Wer mit fünfzig Freispielen achtzig Euro trifft, hat 2.400 € Einsatz vor sich, und bei einem Euro pro Runde und fünf Sekunden Mindestdauer sind das gut drei Stunden Spielzeit.
Die Bindung an ein Spiel
Freispiele gelten fast immer für einen bestimmten Automaten oder eine kleine Auswahl. Der Anbieter entscheidet das, meist zugunsten eines Titels, den er bewerben will.
Für die Bewertung eines Angebots heißt das: Wer den vorgegebenen Automaten ohnehin spielen wollte, hat ein passendes Angebot. Wer ihn nicht mag, hat ein Angebot für jemand anderen. Das ist kein Mangel, sondern eine Einschränkung, die man vor der Annahme kennen sollte.
Frist und Tranchen
Freispiele haben eine kurze Frist, teils 24 Stunden. Häufig werden sie außerdem in Tranchen gutgeschrieben, etwa zwanzig pro Tag über fünf Tage. Beides steht in den Bedingungen und beides entscheidet, ob ein Angebot praktisch nutzbar ist.
Eine Tranche, die an einem Tag verfällt, an dem man nicht spielt, ist verloren. Bei einem Angebot über fünf Tage bedeutet das: fünf Termine, nicht ein Guthaben.
Was im erlaubten deutschen Markt möglich ist
Freispiele gehören zu den Bonusformen, die unter dem Glücksspielstaatsvertrag noch vorkommen, aber in begrenztem Umfang. Pakete mit vierstelligen Zahlen, wie sie in anderen Märkten beworben werden, gibt es hier nicht.
Wer ein solches Angebot sieht, hat kein großzügigeres Casino gefunden, sondern eines ohne deutsche Erlaubnis. Die Merkmale dafür stehen unter seriöse Online Casinos erkennen.
Der Spinwert entscheidet, nicht die Anzahl
Die Zahl im Werbetext ist die unwichtigste Größe des Angebots. Zweihundert Freispiele zu zehn Cent sind zwanzig Euro Spielwert, zwanzig Freispiele zu einem Euro sind dieselben zwanzig — nur dass die zweite Variante schneller durch ist und dieselbe Chance auf einen nennenswerten Einzelgewinn bietet.
Der Spinwert steht nicht immer im Banner, aber immer in den Bedingungen, und er ist die erste Zahl, die sich zu suchen lohnt. Fehlt sie dort ebenfalls, ist das Angebot nicht bewertbar: Ein Freispiel ohne angegebenen Einsatzwert ist ein Versprechen ohne Betrag.
Was mit dem Gewinn aus Freispielen passiert
Hier trennen sich die Angebote in zwei Klassen, und der Unterschied ist größer als jeder beworbene Betrag. Entweder wird der Gewinn als Echtgeld gutgeschrieben — dann ist er nach den üblichen Regeln auszahlbar. Oder er wird als Bonusguthaben gebucht, und dann hängt eine Umsatzanforderung daran, die sich auf den Gewinn bezieht.
Die zweite Variante ist die häufigere, und sie kehrt die Rechnung um: Aus fünfzig Euro Gewinn werden bei 30-fachem Umsatz 1.500 Euro Einsatz, bevor davon etwas auszahlbar ist. Wie diese Rechnung im Einzelnen läuft, steht unter Bonusbedingungen erklärt. Wer sie vermeiden will, sucht gezielt nach der ersten Variante — beschrieben unter Bonus ohne Umsatzbedingungen.
Wie das in die Bewertung eingeht
Bonus und Bedingungen gehen mit zehn Prozent in die Gesamtnote ein, und bewertet wird das Verhältnis von Wert zu Bedingung, nicht der beworbene Betrag. Ein Angebot mit zwanzig Freispielen zu einem Euro und 20x Umsatz schneidet besser ab als eines mit zweihundert Freispielen zu zehn Cent und 40x.
Das komplette Verfahren steht unter So testen wir, der Überblick über die Angebote unter Casino Bonus, die Rechenregeln unter Bonusbedingungen erklärt.
Häufige Fragen
Was ist ein Freispiel wert?
Anzahl mal Spinwert. Fünfzig Freispiele zu zehn Cent sind fünf Euro, zwanzig Freispiele zu einem Euro sind zwanzig Euro. Der Spinwert steht in den Bedingungen und ist die Zahl, auf die es ankommt; die Anzahl allein sagt fast nichts.
Gilt für Freispiele auch eine Umsatzanforderung?
In der Regel ja, und sie bezieht sich meist auf den Gewinn aus den Freispielen, nicht auf deren Wert. Wer aus fünfzig Freispielen fünfzehn Euro gewinnt, muss bei 30x Umsatz 450 € einsetzen, bevor eine Auszahlung möglich ist.
Kann ich Freispiele an jedem Automaten nutzen?
Meist nicht. Sie sind an ein bestimmtes Spiel oder eine kleine Auswahl gebunden, die der Anbieter festlegt. Das ist kein Nachteil an sich, schränkt aber ein, und wer das Spiel nicht mag, hat vom Angebot wenig.
Verfallen Freispiele?
Ja, sie haben eine Frist, und die ist oft kurz, teils 24 Stunden oder wenige Tage. Häufig werden sie auch in Tranchen gutgeschrieben, etwa zwanzig pro Tag über fünf Tage. Beides steht in den Bedingungen.
Ist der Gewinn aus Freispielen sofort auszahlbar?
Nur wenn die Bedingungen keine Umsatzanforderung vorsehen, was selten ist. Zusätzlich gibt es meist einen Höchstbetrag für die Auszahlung. Wie diese Rechnung geht, steht unter Bonusbedingungen.
Sind Freispiele besser als ein Bonusguthaben?
Sie sind planbarer, weil ihr Wert feststeht, und enger, weil sie an ein Spiel gebunden sind. Ein Bonusguthaben ist flexibler, hat aber oft die härtere Umsatzanforderung. Welche Form besser passt, hängt davon ab, ob man das vorgegebene Spiel ohnehin spielen wollte.